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Derby hielt was es versprach

Einmal mehr hielt dieses Barnim-Derby zwischen dem Finowfurter SV und den Gästen vom HSV Bernauer Bären was es versprach. Gutklassige Handballkost, spannend allemal, absolut fair und dennoch hoch dramatisch bis zum Schlußpfiff.

Wie im Vorfeld prognostiziert die Tagesform werde entscheidend sein traf nicht zu, denn beide Teams hatten eine Niederlage nicht verdient. Am Ende entschied das Glück und dieses hatten nicht unverdient die Oberbarnimer auf ihrer Seite als sie zwei Sekunden vor Schluß per Freiwurf-Kombination zum umjubelten 19:18-Siegtreffer kamen. Nach gegenseitigem Abtasten und ausgeglichenem Spielverlauf (4:4) waren die Gäste dominanter und legten auf zwei Treffer Unterschied vor (6:8; 7:9). Schon zu diesem Zeitpunkt wurde deutlich das wird eine eher torarme Begegnung und jeder Treffer konnte von großer Bedeutung sein. Beide Teams setzten auf Gewinnen über die Abwehr und verrieten dabei Schwächen im Spielaufbau, vor allem aus dem Rückraum. Viel ging bei den Gastgebern auch über die Außen allerdings ließen diese einige Chancen liegen und so hatte die Bernauer Führung Bestand. Dennoch konnten auch die Hussitenstädter nicht weiter enteilen und das 8:10 bei Halbzeit ließ für beide weiter alles offen.

Mit Wiederanpfiff kamen die Schorfheider schnell zum 10:10, gerieten danach aber erstmals in dieser Partie mit drei Treffern in Rückstand (10:13). Doch die Moral im FSV-Team stimmte und auch mit der Unterstützung ihrer sehr zahlreichen Fans fanden die FSV-er trotz Rückstand immer wieder in die Partie zurück.

Beim 14:14 war der Ausgleich wieder hergestellt und beim 16:15 (50.) führten erstmals wieder die Finowfurter selbst nach dem 3:2 in der Anfangsphase. FSV-Keeper Enrico Kroll geriet zunehmend in den Blickpunkt und bewahrte sein Team vor dem vorzeitigen K.O. Aufregende Schlußminuten begannen, die Halle kochte und die Spannung erreichte ihren Siedepunkt. Beide Teams hatten auch nur Nerven und ließen jeweils einen Strafwurf liegen. Finowfurt legte vor, Bernau glich aus. So blieb es bis zum 18:18 eine halbe Minute vor dem Ende und Ballbesitz für Finowfurt. Taktisch klug hatten die FSV-er noch ihre Auszeit und Trainer Toni Renz nahm diese promt.

Seine Ansage war deutlich: “Den Ball sicher durchspielen und keinen Bernauer Gegenangrif mehr zulassen. Den Punkt auf jeden Fall festhalten und alles daran setzen dass wir Sekunden vor Schluß noch einen Freiwurf bekommen”. Gesagt, getan, die Schorfheider hielten sich an diese Taktik und bekamen tatsächlich auch noch diesen so sehr erhofften Freiwurf vier Sekunden vor dem Ende. Aus einer gut gestellten Kombination heraus blieb es dann Patrick Kirschner vorbehalten den Ball unhaltbar ins Bernauer Gehäuse zu versenken. Nach diesem dann doch noch sehr glücklichen 19:18-Siegtreffer kannte der Jubel im Finowfurter Lager keine Grenzen mehr.

Aber und auch das muß erwähnt werden. So geknickt und enttäuscht die Bernauer Bären auch waren sie gratulierten dem Sieger unmittelbar nach dem Schlusspffii sehr, sehr anständig und hochgradig fair. Ein sichtlich gezeichneter FSV-Trainer Toni Renz meinte nach der Begegnung: “Wenn man fair ist muß man auch sagen über eine Punkteteilung hätte sich heute niemand beschweren dürfen. Respekt an Bernau aber auch an meine Mannschaft die sich nie aufgegeben hat und bis zur allerletzten Sekunde für diesen glücklichen Sieg hart gearbeitet hat”.

FSV mit: Oliver Schulze; Enrico Kroll – Ronny Krell (1); Tino Mai; Mario Weise; Johann Bergk (5); Marcel Voigt; Dennis Bonin; Benjamin Altrock (1); Christopher Thiele; Patrick Kirschner (6); Patrick Möbius; Robert Fronicke (1); Marco Derbolowsky (5/3); Trainer: Toni Renz

HSV mit: Jens Mucha; Holger Findeisen; Philip Schönau; Dennis Bohne (4); Jens Schönstädt; Max Skladny (4);
Krischan Gunawan (3); Rene Haecke (1); Theo-Hagen Hildebrand (1); Marwin Damrich (5); Markus Lenz;
Jan-Eric Hübner; Ferdinand Prüfer; Trainer: Heiko Manzke.

7-Meter:
FSV 4/3
HSV 3/1
Zeitstrafen:
FSV 1
HSV 0

H. Miersch